31 Tage mit Roulette-Tests

Jede Roulette-Strategie ist getestet worden, und keine hat sich bewährt. Auf dieser Seite finden Sie weitere Information über das Roulette-Glücksspiel und Roulettesysteme.

Im April bis Mai 1971 testete der Engländer Patrick O'Neil-Dunne an einem Roulettemarathon von 20.000 Drehungen am Tisch 14 der Spielbank von Macau sowohl seine eigenen Roulettestrategien als auch die Systeme anderer Roulettespieler. Zusammen mit fünf Mitarbeitern wollte er beweisen, dass bei jedem anerkannten Roulettesystem - einschließlich seiner eigenen Strategien - persönliche Entscheidungen ebenso viel Einfluss auf die Ergebnisse wie mathematische Wahrscheinlichkeiten ausüben.

Tatsächlich lohnte sich kein existierendes Roulettesystem. Lange Zeit setzte er seine Hoffnung auf eine Strategie, wo auf eine Kolonne (12 Nummern) gewettet wird - aber auch dieses System fiel durch. Das System lief darauf hinaus, nicht eher auf die Kolonne zu setzen, als sie sechs Male hinter einander nicht getroffen worden war (sogenannte ‚schlafende Kolonne'). Danach wollte er auf diese Kolonne nach dem traditionellen Martingale-System setzen: 1 - 2 - 4 - 8 - 16 - 32. Würden die ersten sechs Drehungen keinen Gewinn erbringen, gab er die weitere Progression auf und fing von vorne wieder an, weil die Martingale-Methode sonst zu teuer werden würde.

O'Neil betrachtete seine sechs Drehungen als ein Tennis-Match, und tagelang mussten seine Mitspieler nicht viele Matches verloren geben. Sie profitierten sogar mächtig von diesem System. Vielleicht wird also dieses System kurzfristig funktionieren - langfristig müssen aber alle Systeme sich notwendig unfruchtbar erweisen.

Während der 20.000 Drehungen gescah es nur einmal pro 100 Drehungen, dass eine 50%-Wette mehr als 8 Male hinter einander verloren wurde. (Zum Beispiel: die Kugel landet 8 Male in direkter Folge auf eine rote Nummer). Ein solches Ereignis ist ein höchst unangenehmes Erlebnis für die Martingale-Spieler und für Progressionsspieler im allgemeinen.

O'Neil selbst hatte eine Vorliebe für ‚schlafende Nummern'. Das sind Nummern, die für längere Strecken nicht getroffen worden sind. Nach seiner Meinung würde eine solche Nummer, wenn sie endlich getroffen wurde, bald wieder herauskommen. Solch schlafende Nummern zu decken, zeigte sich in der Tat erfolgreich, besonders die Finale wie 6-16-26-36. Waren diese Zahlen nach 36 Drehungen nicht getroffen worden, würde er sie mit Jetons decken.

Nach 31 Tagen mit Roulettespielen und -testen war der kleine Stab von Spielern $191.148 netto - plus einer Menge Tipps für das Casinopersonal - reicher. Die Einsätze hatten von $1 bis $500 pro Jeton gereicht. Hatte O'Neil damit die Wahrheit des Rouletts entdeckt? Höchst wahrscheinlich nicht. O'Neil selbst behauptete allenfalls glücklich gewesen zu sein.

Das Glück kann aber durch harte Arbeit und Planung aufgesucht werden. In dem Buch Roulette for the Millions (Chicago 1971) können Sie lesen, wie er seine 31 Tage in Gesellschaft des Rouletts plante und wie er nach dem Spielen die herausgearbeiteten Statistiken verwendete.