
In den Diskussionen um das Glücksspiel versuchen immer wieder Gegner Argumente zu finden, um dagegen zu wettern. Nun wurde ein neues Opfer gefunden, nämlich Facebook. In der Zeitung „Daily Mail“ führte man an, dass das soziale Netzwerk eine neue Generation von Spielsüchtigen heranzüchten würde, denn in letzter Zeit werden immer mehr Casinospiele nach Vegas-Vorbild angeboten. Man würde damit aus den Jugendlichen die pathologischen Spieler von morgen machen.
Bei diesen Spielen sitzen Kinder und Jugendliche am PC und zocken um virtuelles Geld, um das Knacken des Jackpots an den Slots zu simulieren. Die jungen Leute würden nun denken, dass Glücksspiel eine harmlose Sache sei. Daher sei die Gefahr besonders groß, dass sich zwanghafte Spieler aus diesen Leuten entwickeln. Nun sollen die Risiken, die diese Angebote in den sozialen Netzwerken in sich bergen, nochmal überdacht werden. Ist das Panikmache oder ist da etwas dran? Bis dato konnten noch keine Beweise vorgebracht werden, denn Untersuchungen, die sich mit dem Zusammenhang der sozialen Netzwerke und der Spielsucht beschäftigen, gibt es noch nicht. Daher ist alles noch reine Spekulation
Aber was wir wissen, ist die Tatsache, dass sich selbsternannte Experten sehr wohl in der Rolle fühlen, düstere Zukunftsaussichten wie einst Kassandra zu verbreiten. Wie war es doch noch vor zehn Jahren, als Glücksspielexperten vorhersagten, dass mit der Verbreitung des Glücksspiels eine wahre Epidemie an Spielsucht ausbrechen würde? Aber nichts ist passiert, obwohl die Anzahl der Glücksspielstätten sich drastisch erhöht hat.
Natürlich ist für einen kleinen Anteil der Bevölkerung das Glücksspiel ein Problem; aber da spielen wohl andere Faktoren eine Rolle. Neusten Erkenntnissen zufolge ist die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung pathologischen Spielverhaltens höher, wenn man im fortgeschrittenen Alter mit dem Glücksspiel beginnt. Vor allem Frauen neigen eher dazu, im höheren Alter mit dem Zocken zu beginnen, sind daher eher gefährdet als Jugendliche, pathologische Verhaltensweisen zu entwickeln.
Wie auch bei allen anderen Dingen ist auch der übermäßige Genuss des Glücksspiels problematisch. Ein Faktor wird von den Gegnern der Glücksspiele auf den sozialen Netzwerken völlig ignoriert, nämlich der Aufbau sozialer Kompetenzen. Spiele auf Facebook fördern soziales Engagement und Bindungen innerhalb der Gruppe. Soziale Medien nehmen eine immer wichtigere Rolle ein. Daher ist es notwendig, dass die Eigenschaften gut erforscht und nicht von vornherein verteufelt werden.
Sabine
