
Der Süden Deutschlands kann nicht über einen Mangel an Spielhallen und Casinos klagen. Dennoch will es Michael Mühleck wissen und lässt gerade eine weitere Spielhalle eröffnen. Trotz starker Konkurrenz, erhofft er sich gute Umsätze.
Früher stand hier das Klein Paris, ein Bordell mit vielen Jahren auf dem Buckel. Ab Juli soll man nun einer anderen Sünde frönen können, dem Glücksspiel. Der Großunternehmer Michael Mühleck, der Chef von Harlekin, will eine weitere Spielhalle unter seinem Namen erbauen. Er rechnet dabei nicht nur mit deutschem Besuch, sondern auch durch Umsätze aus der Schweiz. Für Mühleck ist es der optimale Start, durch die Vorgeschichte des Klein Paris. Diese Einschätzung teilen nicht alle Experten mit ihm. Doch als Vorsitzender des Automaten-Verbands Baden-Württemberg kann man ihm einiges an Einsicht und Kompetenz zutrauen.
Doch er und alle anderen befürchten, dass Pläne für neue Spielhallen in Gefahr sind, wenn das Land es Berlin gleich tut. Denn dort hat man der Flut an Spielhallen nun Einhalt geboten. Ein Spielhallen-Gesetz gefährdet Umsätze und Arbeitsplätze gleichermaßen. Mühleck sieht sich zwischen den Fronten. Auf der einen Seite will er die Glücksspielbranche verteidigen, damit diese wie gewohnt bestehen bleiben kann, auf der anderen Seite versteht er aber auch die Kommunen. Die Zahl der Spielhallen hat ein ungesundes Maß angenommen.
Das klingt reichlich widersprüchlich. Mühleck will zwar auch keine Überschwemmung durch Spielhallen in Konstanz und Umgebung, hat aber den Plan für seine nächste Spielhalle dennoch in Auftrag gegeben. Für ihn ist es die Lage, welche das Vorhaben so attraktiv macht. Die Reichenaustraße wäre ideal und durch den positiven Kurs der Schweizer Franken, hofft er auch auf mehr Publikum aus dem Nachbarland.
Geschrieben von: MG




