Zoff um neue Glücksspielsteuer

Sonntag, 5. August 2012 - Casino.de
Zoff um neue Glücksspielsteuer

Es bleibt Bewegung in der Rechtsprechung rund um das Glücksspiel; so kommt keine Langeweile auf. Nun ist Großbritannien an der Reihe, über Änderungen in der Gesetzgebung der Glücksspielbranche nachzudenken, was allerdings den Anbietern gar nicht gefällt. Und warum nicht? Ganz einfach, denn man hat vor, mehr Kapital aus dem Glücksspiel zu schlagen, sehr zum Leidwesen der Anbieter für Glücksspiel und Sportwetten.

Schon am Anfang des Jahres kam aus dem britischen Kanzleramt die Nachricht, dass es zu einer Änderung kommen werde, die die Steuerabgaben betreffen werden. Diese neue Steuer soll ab Ende 2014 zum Einsatz kommen und um 15 % betragen. Da kann eine recht respektable Summe zusammen kommen. Diese Steuer soll für jene Buchmacher gelten, die außerhalb des Landes ihren Sitz haben, aber an britische Bürger ihre Produkte verkaufen.

Von diesen neuen Gesetzen werden auch große Plattformen wie William Hill und Ladbrokes betroffen sein. Aber gerade aus diesem Grund ist man aus Großbritannien weggezogen und hat seinen Firmensitz nach Gibraltar und auf die Isle of Man verlegt. Alles für die Katz?

Aber bei William Hill will man die Hände nicht untätig in den Schoß legen, sondern etwas dagegen unternehmen. So wird der Anbieter die Einführung der neuen Steuern anfechten. Diese sollen sich auf jene Einnahmen beziehen, die auf der Insel gemacht wurden, egal wo der Standort des Unternehmens ist.

Nun rüstet man sich bei William Hill zum Kampf gegen den britischen Fiskus, man hat vor, Klage einzureichen, denn laut Gesetz der Europäischen Union sind diese Steuern nicht legal, denn sie verstoßen gegen die Verträge, die den freien Handel absichern sollen. 

Bei William Hill ist man recht optimistisch, was den Erfolg dieser Klage betrifft. Es kann einfach nicht angehen, dass eine Regierung den freien Handel einschränkt, um selbst davon zu profitieren. Kann man denn einen Autohersteller daran hindern, seine Autos in England an den Mann oder an die Frau zu bringen, obwohl schon im Herstellerland die Steuern kassiert wurden? Das würde bedeuten, dass beispielsweise ein Mercedes, der in Deutschland hergestellt wurde, wo auch die Steuern bezahlt wurden, nicht in England verkauft werden könne, ohne auch dort die Abgaben zu entrichten. Ist es beim Glücksspiel etwas anderes? Aber die Zockerei im Web ist eben ein riesiger, millionenschwerer Markt, von dem jeder seinen Teil abhaben will.

Sabine