Spielerkarten sollen Spielsucht bekämpfen

Sonntag, 6. Mai 2012 - Casino.de

In Deutschland gibt es zurzeit etwa 500.000 Spielsüchtige. Das ist natürlich ein großes Problem, nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für Angehörige, denn ganze Existenzen gingen durch Spielsucht bereits verloren. Hohe Schulden, Verlust des Arbeitsplatzes und Trennung von der Familie sind oft die Folgen. Daher entschließen sich einige der Süchtigen dazu, eine spezielle Klinik aufzusuchen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Allerdings muss man auf einen Platz mitunter recht lang warten, denn die Warteliste ist lang.

Von der SPD wird nun gefordert, dass eine Spielerkarte eingeführt werden soll, um die Spielsucht zu bekämpfen. In den meisten Fällen wird Spielsucht mit Slotmaschinen in Verbindung gebracht. Dafür braucht der Spieler natürlich Geld. Manchmal bedienen sich die Spieler der Geldbörsen von Freunden und Familienmitgliedern. Das führt zu hohen Schulden und Kriminalität, denn der Süchtige muss seinen Zwang irgendwie finanzieren.

Wie bereits gesagt, gelten in Deutschland etwa 500.000 Personen als spielsüchtig; weitere 800.000 weisen ein problematisches Spielverhalten auf. Die restlichen drei Millionen Spieler haben jedoch nur geringe Probleme.

Im Bundestag war das Spielverhalten Thema eines Beratungstermins. Von der SPD wurde die Spielerkarte vorgeschlagen. Was aber hat es genau damit auf sich? Auf der Karte sollen Geburtsdatum und Name des Spielers vermerkt sein. Damit soll dem Spieler die Möglichkeit gegeben sein, sich von den Spielhallen sperren zu lassen, um seiner Sucht zu entgehen. Damit kann man auch gegen die Spielsucht von Jugendlichen vorgehen, denn Personen unter 18 sei damit das Spielen an Automaten automatisch verwehrt.

Auch in der FDP hat man sich Gedanken zum Thema gemacht. Sicher ist, und da sind sich alle einig, dass etwas gegen das Problem unternommen werden muss. Vorgeschlagen wurde unter anderem, dass die Mindestspieldauer verlängert werden soll und die maximalen Verluste eingeschränkt werden. Weiterhin sollen nur wenige Automaten in den Lokalen erlaubt sein. Auch die blinkenden Lichter, die den Spieler magisch anzuziehen scheinen, sollen reduziert werden.

Experten gehen davon aus, dass problematisches Spielverhalten schon in der Kindheit beginnt. Wer Eltern hat, die gern dem Glücksspiel frönen, hat schon früh Kontakt und ist daher anfällig für späteres Suchtverhalten. Viele Süchtige wollen sich behandeln lassen, allerdings sind die Plätze in den Kliniken sehr begrenzt. Oft entschließen sich die Betroffenen zu diesem letzten Schritt, wenn sie bereits alles verloren haben; nicht nur Geld, sondern auch alle sozialen Kontakte.

Bis dato ist es nur möglich, sich in staatlichen Spielbanken sperren zu lassen. Aber in der Spielautomatenindustrie wird der meiste Umsatz gemacht. Daher herrscht hier auch hoher Handlungsbedarf. Die Spielerkarte kann ein erster Schritt sein.

Sabine