Die Blackjack-Basisstrategie und die Strategietabelle bilden den Ausgangspunkt aller fortgeschritteneren Blackjack-Strategien, wie z.B. Kartenzählen. Vergessen Sie Kartenzählen, wenn Sie die Basisstratgie nicht auswendig und fehlerfrei können.
Kennen Sie erst Ihre Basisstrategie perfekt, können Sie die nächste Stufe aufsteigen. Mit Kartenzählen sind Sie dazu im Stande, Blackjack zu schlagen. Beherrschen Sie das Zählen gut genug, werden SIE die besseren Odds haben.
Hinter dem Kartenzählen steckt die Idee, dass ein Deck voller 10er und Asse zum Vorteil des Spielers ist, während ein Deck mit verhältnismäßig vielen kleinen Karten dem Geber günstig ist. Sie sollten also Ihre Wette erhöhen, wenn das Deck mit Ihnen ist, und entsprechend vermindern, wenn es mit dem Casino ist.
Ist der Kartenstapel reich an 10ern, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Geber überzieht, wohingegen der Spieler rechtzeitig halten kann. Umgekehrt wird der Geber eher selten überziehen, wenn das Deck viele kleine Karten enthält. Können Sie die Karten zählen und herausfinden, ob das Deck ein Übergewicht an entweder 10ern oder kleinen Karten zeigt, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Spielstrategie der jeweiligen Situation anzupassen.
Auf der anderen Seite muss der Geber immer bis Soft 17 ziehen. Bei einer Stiff Hand wie 10,6 zu ziehen, ist meistens eine schlechte Idee, wenn 10er-Karten dominieren. Dadurch gewinnt der Kartenzähler einen Vorteil über das Casino.
Ein Deck mit vielen Assen steigert wiederum die Chancen für Blackjack - ein Spieler-Blackjack zahlt 3:2, während der Geber mit einem Blackjack höchstens Ihre Wette einzieht. Deshalb ist ein Kartenstapel reich an Assen mehr zum Vorteil des Spielers als zum Vorteil des Gebers.
Glücklicherweise muss man nicht jede einzelne Karte, die von einem 6er-Deck-Schlitten gespielt worden ist, im Gedächtnis behalten. Es wäre schon sensationell, wenn Sie dazu fähig wären. Man würde Sie für ein Genie - oder vielleicht eher einen Wahnsinnigen halten.
Die verschiedenen Strategien, die es gibt, erteilen den Karten verschiedene Punktewerte. Jedes System hat seine Für und Wider. Generell empfehlen wir ein einfaches System. Dies ergibt im Endeffekt weniger Fehler; und Fehler sind teuer, wenn Sie Karten zählen.
Jeder Karte wird ein bestimmter Wert zugeschrieben, und der Kartenzähler muss einfach die Werte der gegebenen Karten addieren - als der ‚Running Count' bekannt. Diese Plus/Minus-Strategie - auch High/Low-Strategie - erteilt folgenden Karten folgende Werte:
2, 3, 4, 5, 6 = 1
7, 8, 9 = 0
10, B, D, K, As = -1
Ein Beispiel, um das Prinzip des Running Counts zu erklären:
Erst wird ein Ass gegeben. Damit beginnt das Zählen mit -1. Dann folgt eine 6, und wir addieren 1, so dass wir auf Null zurückkommen. Dann eine 3, und wir addieren nochmals 1. Der Running Count ist jetzt +1. Dann eine 4, und der Running Count sagt +2 … und so weiter.
Steht der Count im Plus, sind also viele kleine Karten abgeworfen worden, was zum Vorteil des Spielers ist. Bei einer hohen Pluszahl gegen Ende eines Decks sollte der Spieler also den Regeln der Wahrscheinlichkeit zufolge den Einsatz erhöhen.
Würden wir an diesem Punkt halten, hätten wir eine sogenannte ‚unbalancierte Kartenählen-Strategie'. Es empfiehlt sich, einen Schritt weiter zu gehen und ein balanciertes Kartenzählen-System zu lernen.
Bleiben wir beim Beispiel in Teil 1, und stellen wir uns vor, dass die gegebenen Karten die allerersten eines 6er-Deck-Schlittens sind. Eine solche Zählung wäre nicht so genau wie eine Zählung, die die hohe Anzahl restlicher Karten im Stapel in Betracht zieht. Manche würden dies Faktorenvarianz nennen, andere Glück oder Pech.
Noch ein Beispiel: Sagt Ihr Running Count 5 bei der ersten Hand nach dem Mischen eines Singledeck-Spieles, macht es viel mehr Sinn, als wenn Sie denselben addierten Wert bei der ersten Hand eines 6er-Deck-Spieles haben.
Als der Kartenstapel sich vermindert, nimmt dieser Unsicherheitsfaktor immer mehr ab. Kartenzähler möchten sich selten auf das Glück verlassen. Deswegen passen wir jetzt die Strategie an, so dass sie diesem Faktor Rechnung trägt. Wir wollen eine Methode verwenden, die die Anzahl der restlichen Decks in Betracht zieht. Eine Zählung für jedes restliche Deck wird auch ‚True Count' genannt.
Den True Count auszurechnen, ist auch keine Wissenschaft. Sie teilen einfach Ihren Running Count mit der Anzahl von noch vorhandenen Decks im Schlitten. Notiert Ihr Running Count zum Beispiel den Wert 6, und es sind schätzungsweise noch 3 Decks übrig, steht Ihr True Count auf 2.
Sagt der Running Count 5, und es gibt noch etwa 2 Decks im Schlitten, ist der True Count 2,5.
Der schwierige Part ist also nicht, den True Count zu errechnen, sondern die Anzahl der übrigen Decks abzuschätzen. Dieses Manöver übt man, indem man den Ablagekasten mit verbrauchten Karten betrachtet. Gewöhnen Sie Ihre Augen daran, die verbrauchten Decks zu veranschlagen, um dadurch eine glaubwürdige Zahl für die restlichen Decks zu kalkulieren.
Der True Count ist das Herzstück von Blackjack-Kartenzählen. Er sagt Ihnen die angemessene Wettenhöhe UND, wann der richtige Zeitpunkt ist, von der Basisstrategie abzuweichen.
- Ken Udsons Plus/Minus-Strategie kann im Buch "Million Dollar Blackjack" studiert werden.
- Standford Wongs High/Low-Strategie wird in "Professional Blackjack" dargelegt.
- Arnold Snyder präsentiert eine andere Strategie in seinem Buch "Blackbelt in Blackjack"
Viel Glück beim Beating Blackjack... und vergessen Sie nicht zu üben, üben und dann noch etwas üben




